ODER AUCH: DIE KLEINEN DINGE

Worüber haben wir uns heute schon aufgeregt? Was hat uns genervt? Und worüber haben wir uns schon so richtig gefreut? Wofür waren wir dankbar?

Ich bin mir fast sicher, dass uns zu den ersten beiden Fragen so ganz spontan viel mehr einfällt als zu den letzten beiden Fragen.
Unser Alltag wird beherrscht von Routine und Pflichten. Und viele von uns haben das Gefühl, dass sie ganz viele Stunden am Tag einfach funktionieren müssen. Alles, was da den Ablauf stört oder unseren Plänen im Wege steht, bekommt meistens viel Aufmerksamkeit von uns.

 

Dann regt man sich schon morgens auf, weil der Zug mal wieder Verspätung hat. Ist gestresst, weil der Kopierer so kurz vor der wichtigen Besprechung schon wieder nicht vernünftig funktioniert. Empfindet es als Ohrfeige des Schicksals, dass beim Einkaufen gerade das ausverkauft ist, was man sich eigentlich zum Abendessen gönnen wollte. Und sitzt dann mit dem Partner am Tisch und berichtet von dem schlechten Tag und all den Ungerechtigkeiten des Lebens.
Wahrscheinlich wird man nicht erwähnen, wie toll es war, dass man heute ausnahmsweise mal einen Sitzplatz in der Bahn bekommen hat. Oder dass eine Kollegin netterweise geholfen hat, den Papierstau im Kopierer zu beheben. Oder dass der Pausenkaffee in der Stammbäckerei heute mal aufs Haus ging

 

Die positiven Dinge in unserem Leben nehmen wir oft für selbstverständlich hin und übersehen entsprechend oft das, was gut und schön ist.
Dabei ist eine Erkenntnis der Glücksforschung, dass vor allem die Menschen glücklich sind, die das Schöne in ihrem Leben bewusst sehen und sich immer wieder vor Augen führen, wofür sie dankbar sein können. Dankbare Menschen sind zufriedener und sozialer als Menschen, die ständig das Negative in ihrem Leben sehen. Denn wir sind in der Lage, die Kontrolle über unser Leben zu übernehmen, wenn wir froh über die Dinge sind, die wir schon erreicht haben und die Möglichkeiten, die uns gegeben sind.

Wer die Bodenhaftung nicht verloren hat, der kann sich über die Sonnenstrahlen freuen, die hinter der Wolke hervorblitzen. Über das Lächeln des Busfahrers, das einen die schlechte Laune vergessen lässt. Über die letzte ach-so-heißgeliebte Apfeltasche, die in der Bäckereiauslage liegt.

Danke Fremden – wenn es dazu einen Grund gibt, versteht sich. Danke der jungen Frau, die dir morgens um sechs den Kaffee reicht. Danke dem Mann im Restaurant, der dir die Tür aufhält. Danke dem Taxifahrer, dich problemlos nach Hause gefahren zu haben. Es ist nicht bloß höflich, sich zu bedanken, sondern lässt uns auch tatsächlich dankbarer werden. Nicht immer wird sich unser Verhalten spiegeln, nicht jedes Mal werden wir Freundlichkeit ernten. Vielleicht aber ändert sich bei uns die Perspektive.

Wenn wir die kleinen Dinge im Leben dankbar annehmen, rückt das die große Bewertung materieller Dinge in ein anderes Licht.

 

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